Frauke Bergemann

Fotokompositionen

Infohaus Montage
infohaus

So weit das Auge reicht …

… ist eine der ersten Serien, die ich den Fotokompositionen zurechne. Die Berliner Stadtszenen entstanden noch analog in den Jahren 1999 bis 2005. In jeder fertigen Collage verarbeitete ich 3 bis 4 Kleinbilddias, die ich in einem kurzen Zeitintervall und mit einem 24er Weitwinkel aufnahm. (mehr dazu unter Arbeitsweise)

Mit den unterschiedlichen Kapitelbezeichnungen wie z. B. “Eroberte Räume“, “Erweiterte Plätze“ und “Mächtige Inszenierungen“ sowie “Inszenierungen der Macht“ strukturierte ich die Inhalte der Serie von 100 großformatigen Fotografien. Der übergeordnete Titel: So weit das Auge reicht … gibt die Richtung auf die Machart des Bottom-up-Blicks vor. Denn bis auf ganz wenige Ausnahmen beginnt die Kamera am Boden und schwenkt dann in den blauen Himmel Berlins. (Beispiel dazu im Fotoblog)

Seit 2013 suche ich die Örtlichkeiten wieder auf, um dort zu fotografieren, ohne aber denselben Standort einzunehmen. Dem Zeitgeist geschuldet, entstehen die Bilder mit einer kleinen digitalen Kompaktkamera von Fuji. Dabei nutze ich manchmal auch die Panoramafunktion, deren Überlappungen ich dann belasse. Ansonsten verfahre ich wie früher und baue die Einzelaufnahmen zu Fotokompositionen am Computer zusammen.

Für ein Buch hatte ich nach einem neuen Konzept gesucht, wie ich der Fülle der alten und neuen Aufnahmen gerecht werden könnte und entdeckte, wie gut die Aufnahmen miteinander interagieren, wie Gegenüberstellungen die Aussage erweitern wobei gerade durch Auslassung die Bildfolge an Bedeutung gewinnen kann. Manche Reihungen wirken geradezu symbolhaft. Auf der Suche zu einer Begriffserklärung für “symbolhaft“, bin ich bei einem Autor und Psychoanalytiker, der im Sinne C.G. Jungs argumentiert, fündig geworden. (Text im Anhang)

Entstanden sind nun 3 Serien, in denen das Einzelfoto zu Gunsten einer Bildgegenüberstellung zurücksteht. Der Tenor ihres Nebeneinanders ist mal “orts-versetzt“ oder“zeit-versetzt“. Den Begriff “gleich-versetzt“ habe ich gewählt, wenn die Bildpaare inhaltlich ähnlich sind oder sich optisch überschneiden.

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