nach oben

Bilderblog

Berlin - narrativ, Eroberte Räume

17. 11. 2014

„Nicht nur die Wohnung ist unser Zuhause, sondern auch die mit Gebäuden möblierte Stadt, unsere größere gemeinsame Wohnung, deren Mannigfaltigkeit unser Allgemeinbefinden verbessert. Das urbane Labyrinth lockt Kinder ebenso wie Erwachsene. Nicht nur eine auf Kultur zentrierte Romantik stellt kritisch fest, dass die Menschen, wenn sie es können, vom Standardisierten zum Individuellen, vom Eintönigen zum Vielfältigen übergehen. Sie tun es, weil sie nicht zu Feinden Ihres Glücks werden wollen.“

György Konrád: Glück, Stadt, Raum, Berlin 2002

„Gemäß der liberalen Tradition betrachtet das moderne Individuum, das in seinen privaten Räumen zu Hause ist, die Öffentlichkeit als sein Außen. ... wo das individuelle Handeln anderer sichtbar wird und nach Anerkennung sucht. Im Zuge der Postmoderne werden diese öffentlichen Räume jedoch zunehmend privatisiert. In der urbanen Landschaft verschiebt sich der Focus vom gemeinsamen Viertel und der öffentlichen Begegnung ... hin zu den geschlossenen Räumen der Einkaufszentren und abgezäunten Gemeinschaften. Die Architektur und Stadtplanung in Megastädten wie Los Angeles und Sao Paolo haben den öffentlichen Zugang und die öffentliche Interaktion immer weiter eingeschränkt, um die zufällige Begegnung unterschiedlicher Bevölkerungen zu vermeiden ...“

Michael Hardt, Antonio Negri: Empire, Frankfurt a/M. 2002